Sabine G.

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Interview: Wer hilft meiner Mutter? Was ist ein Frauenhaus?

Wir sprechen mit Karin G., die in einem Frauenhaus arbeitet.

Frauenhäuser bieten Frauen und ihren Kindern im Falle von häuslicher Gewalt Hilfe, Beratung und vorübergehend eine geschützte Unterkunft. Die Telefonnummern der Frauenhäuser findet man auf der Website: www.aoef.at unter: Wer hilft bei Gewalt?

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Karin, du hast vor dem Interview gesagt, dass wir deinen Nachnamen nicht nennen sollen, warum?

Wir arbeiten in einem Frauenhaus, wo die Adresse geheim ist.
Wir sind für Frauen und Kinder da, die von häuslicher Gewalt betroffen sind, aber das nehmen uns einige Männer übel. Deshalb schützen wir uns und die Frauen auch so gut wir können und deshalb bleiben wir mit der Adresse geheim.

Was ist eigentlich ein Frauenhaus?

Es ist ein Ort, an dem Frauen und ihre Kinder Schutz finden können, wenn sie von Gewalt betroffen sind. Hier können Frauen mit ihren Kindern wohnen, bis sie eine eigene Wohnung gefunden haben. Die Frauen organisieren ihren Alltag selbstständig, d. h., sie kochen und putzen und betreuen ihre Kinder selbst. Aber Männer dürfen nicht ins Haus.

Wie kommen die Frauen denn zu euch?

Die Adresse von unserem Frauenhaus ist zwar geheim, aber die Frauen können telefonisch mit uns Kontakt aufnehmen und besprechen ihre Situation. Erst wenn sie und wir uns sicher sind, dass wir zueinander passen und dass wir die richtige Hilfe sind, nehmen wir die Frauen auf. Sie müssen uns versprechen niemanden zu verraten, wo sie sind. Sie würden sonst nicht nur sich selbst, sondern auch alle anderen Bewohnerinnen und Kinder gefährden. Und wir erzählen natürlich auch niemanden, wer bei uns lebt.

Was genau bietet ein Frauenhaus denn an?

Ein Frauenhaus bietet bedrohten Frauen in erster Linie Schutz vor Misshandlungen und eine Unterkunft an und sie bekommen individuelle Beratung. Sie haben hier die Möglichkeit, sich von ihren Gewalterfahrungen zu erholen. Sie können sich in der Gemeinschaft der Bewohnerinnen und Mitarbeiterinnen mit den eigenen Erfahrungen auseinandersetzen und lernen, neue Lebensperspektiven innerhalb oder außerhalb der Partnerschaft zu entwickeln.

Gibt es bestimmte Voraussetzungen um im Frauenhaus aufgenommen zu werden?

Betroffene Frauen können zu jeder Tages- und Nachtzeit kommen. Das Frauenhaus ist offen für Frauen und Kinder, egal woher sie kommen und wie alt sie sind. Der Aufenthalt ist freiwillig, anonym und kostenlos. Alkohol- und drogenabhängige Frauen können wir aber leider nicht aufnehmen, weil sie eine intensivere Form der Betreuung brauchen.

Und wie sieht eure Unterstützung genau aus?

Es gibt immer viel zu tun. Manches davon ist bürokratisch wie Anträge um eine finanzielle Unterstützung vom Staat stellen, wir müssen die rechtliche Situation klären, was z.B. die Obsorgeansprüche der Väter betrifft. Ganz wichtig ist die Unterstützung bei der Wohnungssuche. Die Bewohnerinnen und ihre Kinder haben viel Schlimmes erlebt, sonst wären sie nicht zu uns geflüchtet. Mit den Folgen dieser Erfahrungen müssen alle Frauen und Kinder zurechtkommen. Dabei brauchen Sie vor allem unsere Unterstützung.

Was sollten Frauen mitbringen, die zu euch kommen?

Wenn sie es schaffen, ist es hilfreich, wenn sie wichtige Dokumente dabei haben, wie Personalausweise oder Pässe, die e-card, evtl. Aufenthalts- und Arbeitsgenehmigung, Pflegschaftsbescheide und, und, und. Es ist gut, an Geld und Kreditkarte und an Schulsachen und Lieblingsspielzeuge der Kinder zu denken.
Im Notfall aber brauchen sie gar nichts mitzubringen, um ins Frauenhaus zu kommen! Hauptsache sie kommen sicher bei uns an.

Gut, dass es so was wie die Frauenhäuser gibt. Danke für das Gespräch.

Ich danke dir.