Hilfe vom Jugendamt

Das Jugendamt –  bzw. das Amt für Jugend und Familie - ist im Auftrag des Staates tätig. Es hat die Aufgabe, dort tätig zu werden, wo Eltern ihre Kinder vernachlässigen, seelisch und körperlich verletzen und ihren Erziehungspflichten nicht nachkommen. Um einschreiten zu können, muss das Jugendamt erfahren, dass Hilfe gebraucht wird. Jugendliche und Kinder können sich selbstständig ans Jugendamt wenden. Nachbarn oder andere besorgte Erwachsene können das Jugendamt im Wohnbezirk anrufen oder aufsuchen und erzählen, warum sie sich Sorgen machen. Sie können auch eine anonyme Meldung beim Jugendamt machen.

Polizei, Schulen, Spitäler ebenso wie Privatpersonen teilen dem Jugendamt mit, wenn aus ihrer Sicht eine mögliche Gefährdung von Kindern und Jugendlichen droht oder schon besteht.  Die Polizei berichtet über Einsätze bei Gewalt in der Familie. Die Polizei kann veranlassen, dass ein gewalttätiger Elternteil die Wohnung oder das Haus für eine bestimmte Zeit verlassen muss und informiert davon das zuständige Jugendamt, wenn Kinder im Haushalt leben. Im Jugendamt wird entschieden, ob eine Familie eingeladen wird oder eine sofortige Kontaktaufnahme - wie z.B. ein Hausbesuch - sein muss. Der oder die zuständige SozialarbeiterIn versucht, so viel wie möglich über die Beziehung der Familienmitglieder untereinander in Erfahrung zu bringen, um heraus zu finden, welche Form der Hilfe gebraucht wird.

Es gibt Hilfen in den Familien, d. h. du bleibst zu Hause wohnen und die Hilfe kommt regelmäßig durch MitarbeiterInnen oder SozialarbeiterInnen ins Haus. Ist dies nötig, gibt es auch kurzzeitige Unterbringungen in Kriseneinrichtungen, von wo aus geklärt wird, ob die Rückkehr nach Hause irgendwann möglich sein könnte oder nicht. Wenn eine Rückkehr vorerst nicht möglich ist, können Kinder und Jugendliche in Wohngemeinschaften oder bei Pflegefamilien leben.